Hiaris – kenne deinen Feind

WILLKOMMEN bei Hiaris - kenne deinen Feind!

Canis Latrans, Protector von Linsar, stand am Balkon seines Arbeitszimmers und blickte über sein Anwesen hinweg direkt auf Venvicium, die Hauptstadt des Quarters Linsar. Gerade erst hatte das neue Jahr begonnen: 212. Es war bitterkalt hier im Süden, der Frühling schien so weit entfernt zu sein wie der Mond.

Doch Canis wusste, dass in spätestens drei Monden der Schnee schmelzen würde, und mit der neuen Jahreszeit würde der Krieg kommen. Er hatte sich fest vorgenommen, dieses mal den Kampf nicht in Linsar auszutragen, sondern direkt zum Gegner vorzustoßen und den Krieg in dessen Land zu tragen. Das war mit viel Logistik verbunden und barg natürlich größere Risiken, denn man wusste nie genau, was man im fremden Land finden würde.

Bereits im Herbst waren Agenten ausgeschickt worden, um Information über die neuen Nachbarn zu sammeln. Man hatte einige nützliche Dinge in Erfahrung bringen können, doch vollkommen konnte man diesen Erkenntnissen niemals vertrauen. Und dennoch, die Nachrichten waren beunruhigend genug gewesen, um einen schnellen Angriff noch wichtiger erscheinen zu lassen. Hatte der Gegner tatsächlich Munition, die ein tödliches Gift freisetzen konnte? Oder, was noch schlimmer wäre, konnte diese Munition die Seele stehlen? Es waren teils verwirrende Berichte gewesen, die man ihm gebracht hatte, aber zusammengenommen zeichneten sie ein düsteres Bild. Wäre doch nur dieses Bergmassiv niemals eingestürzt! Hiaris hätte weiter auf seinem Hochplateau vor sich hin existiert und wäre keine Bedrohung gewesen.

Mit einem Seufzer drehte Canis sich um und ging in das Arbeitszimmer zurück. Der gesamte Militärstab war versammelt und plante bereits die ersten Manöver. Minerva del Limar, die oberste Heerführerin, war über die große Karte von Linsar gebeugt und positionierte farbige Holzklötze, die je nach Farbe entweder einer Centurie, einer Kohorte oder einem ganzen Heerzug entsprachen. Größere Klötze symbolisierten Kasernen, befestigte Stellungen oder Außenposten. Die Heerführer und Tribunmajore saßen bereits über den Berechnungen für Proviant und Ausrüstung der Legionäre.

„Ich habe eine Entscheidung getroffen, Minerva,“ erklärte Canis. „Wir werden deinen Vorschlag auf jeden Fall in die Tat umsetzen und einen ersten, großen Aufklärungstrupp hinauf schicken, sobald der Bergpass passierbar ist. Spätestens im vierten Mond. Seht zu, dass ihr meine Gardisten für diese Mission freischaufeln könnt, ich möchte gern kompetente, selbst denkende Leute dort haben und keine dummen Esel, die darauf warten, dass man sie zur Schlachtbank führt. Falls wir nicht genug Gardisten abziehen können, dann heuert zusätzlich Externisten an… und falls es irgendwelche übereifrigen Freiwilligen gibt, dann schickt die auch noch mit, wenn sie halbwegs was taugen. Hauptsache, wir haben sobald als möglich Leute da oben. Ich will diesem Lord Überlast keine Möglichkeit geben, seine Truppen zu uns runter zu schicken. Es reicht schon diese Goblinplage, die von dem Plateau zu uns runterschwappt.“

Mit einem Nicken nahm Minerva diese Aussage zur Kenntnis, und der Tribunmajor neben ihr strich verzweifelt seine letzten Berechnungen durch, um auf der Basis dieses Befehls neue zu erstellen. Canis blickte noch einmal aus dem Fenster… es schneite wieder. Die Stadt draußen versank unter einer friedlichen, warmen Decke, doch hier drin herrschte bereits Krieg.

 

(Spieler und NSC die auf Aberwynkel waren brauchen sich nicht neu registrieren!)